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Informationen zum Projekt

Gemeinsam mit Gewerkschaften aus Griechenland, Italien, Lettland, Portugal, der Slowakei, Costa Rica und Südafrika setzt sich das Projekt Unions4VET für bessere Qualität in der beruflichen Bildung (Vocational Education & Training - VET) ein. Hier finden Sie die Hintergründe zu der Entstehung des Projektes Unions4VET und aktuelle Entwicklungen.

Das Projekt Unions4VET

Das Projekt "Unions4VET - Strategien zur Förderung von Nachhaltigkeit und Kapazitätsaufbau des gewerkschaftlichen Engagements in der internationalen Berufsbildungskooperation" wird seit Juni 2015 zunächst bis September 2018 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Förderung durch das BMBF ist Teil der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung der Berufsbildung.

Ziele des Projektes sind die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit der Gewerkschaften in der Berufsbildung und die Steigerung der Qualität der beruflichen Bildung. Die Vorgehensweise von Unions4VET beruht dabei auf zwei Säulen: zum einen wird ein systematischer Austausch zwischen den beteiligten Gewerkschaften auf bilateraler und internationaler Ebene durchgeführt, um Wissen, Erfahrungen und Beispiele guter Praxis zu vermitteln, gegenseitiges Lernen zu fördern und gemeinsame Handlungsansätze und Strategien zur Verbesserung der Qualität der beruflichen Bildung zu entwickeln. Zum anderen werden im Rahmen von bilateralen Pilotprojekten gemeinsam Instrumente zur Qualitätssteigerung in der Berufsbildung entwickelt und verbreitet.

Der bilaterale und internationale Austausch zwischen den beteiligten Gewerkschaften richtet sich auf zwei thematische Schwerpunkte: In der ersten Phase des Projektes stand die Bestimmung von Herausforderungen für die inhaltliche Gestaltung der Berufsbildung und die Entwicklung von Ansätzen zur Verbesserung der Qualität beruflicher Bildung mit einem besonderen Fokus auf das betriebliche Lernen im Vordergrund. Im Rahmen einer internationalen Konferenz am 9. November 2015 in Berlin bestimmten die Projektpartner zunächst die wichtigsten Herausforderungen für eine gute Ausbildung in den jeweiligen Ländern und Europa und entwickelten gemeinsame Standpunkte. Darauf aufbauend wurde der Austausch in bilateralen Workshops und Konferenzen in den beteiligen Ländern vertieft. Um der besonderen Situation in den südeuropäischen Ländern gerecht zu werden, wurde im November 2016 eine Konferenz der Gewerkschaften aus Griechenland, Italien und Portugal in Athen durchgeführt. In der zweiten Phase des Projektes steht die Steuerung der Berufsbildung im Vordergrund mit dem Ziel Strategien und Ansätze für eine stärkere Einbindung der Gewerkschaften in die Governance in ihren Ländern zu entwickeln. Nach einer gemeinsamen internationalen Auftaktkonferenz im September 2017 in Riga, in deren Rahmen die Partnerorganisationen Modelle guter Steuerung in der Berufsbildung aus einer gewerkschaftlichen Perspektive diskutierten, wird dieser Austausch aktuell in bilateralen Workshops und Konferenzen fortgesetzt.

Pilotprojekte zur gemeinsamen Entwicklung von Instrumenten zur Steigerung der Qualität in der Berufsbildung und zum Kapazitätsaufbau der Gewerkschaften wurden und werden insbesondere mit den griechischen und italienischen Partnerorganisationen durchgeführt. Gemeinsam mit dem griechischen Gewerkschaftsinstitut INE-GSEE entwickelten DGB und bfw ein Konzept für ein Auszubildenden-Mentoring sowie Handlungsansätze zur Verbesserung der Qualität betrieblicher Ausbildung in der Tourismusbranche. Ein Projekt zur gemeinsamen Entwicklung eines Train-the-trainer-Konzeptes wird im Mai 2018 durchgeführt. Pilotprojekte mit den italienischen Partnergewerkschaften CGIL, CISL und UIL im Piemont und der Toskana sind vor allem auf den Kapazitätsaufbau der Gewerkschaften zur Gestaltung der Berufsbildung ausgerichtet. Sie umfassen die Schulung von Gewerkschaftsvertreter/innen und gegenseitige Studienbesuche deutscher und italienischer Gewerkschafter/innen und Betriebsräte zur wechselseitigen Vermittlung der Berufsbildungspraxis in den Ländern.

Das Projekt wird koordiniert durch den DGB und das bfw - Unternehmen für Bildung.

Partner des Projektes sind Gewerkschaften aus den Ländern Griechenland, Italien, Lettland, Portugal, der Slowakei, Costa Rica und Südafrika.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) kooperiert mit verschiedenen Partnerländern in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit, um die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und die soziale Stabilität in den jeweiligen Ländern zu verbessern.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Berufsausbildung von Facharbeiter/innen in dem nicht-akademischen Bereich gefördert und eine Implementierung von nationalen Standards in der beruflichen Ausbildung angestrebt. Es soll erreicht werden, jungen Menschen durch eine alternierende, praxisnahe Ausbildung an den Lernorten Berufsschule und Betrieb eine höhere Beschäftigungsfähigkeit zu ermöglichen. Durch die Einbindung regionaler Betriebe in die berufliche Ausbildung soll der Bedarf an Fachkräften der regionalen und nationalen Wirtschaft gedeckt werden.

Für die deutsche Wirtschaft ergeben sich in verschiedenen Bereichen Chancen und Vorteile durch eine Berufsbildungskooperation auf bilateraler Ebene. Dienstleistungsanbieter haben die Möglichkeit, Angebote der Aus- und Weiterbildung in das Ausland zu exportieren.
Deutsche Unternehmen, die beispielsweise für die eigene Produktion Güter aus dem Ausland importieren, profitieren von gut ausgebildeten Fachkräften.

Grundprinzipien, die im Rahmen der Berufsbildungskooperation von der Bundesregierung in dem Strategiepapier „Berufsbildungszusammenarbeit aus einer Hand“ vom Juli 2013 formuliert wurden, umfassen die Einbindung der Sozialpartner, das arbeitsplatznahe Lernen, die Umsetzung und Implementierung nationaler Standards, den Einsatz von qualifiziertem Personal in der Berufsbildung und institutionalisierte Forschung und Beratung in der Berufsbildung.

Internetseite des BMBF
Die internationale Zusammenarbeit des BMBF in der Berufsbildung
Richtlinie zur Förderung der Internationalisierung der Berufsbildung

Informationen zu den beiden weiteren Strategieprojekten, SCIVET und VETnet, die im Kontext der bilateralen BMBF-Berufsbildungskooperation gefördert werden, finden Sie hier.

Deutscher Gewerkschaftsbund

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist gemeinsam mit dem bfw – Unternehmen für Bildung für die Durchführung des Projektes Unions4VET verantwortlich. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) steht für eine solidarische Gesellschaft. Er ist die Stimme der Gewerkschaften gegenüber den politischen Entscheidungsträgern, Parteien und Verbänden in Bund, Ländern und Gemeinden. Er koordiniert die gewerkschaftlichen Aktivitäten. Die acht Mitgliedsgewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes verhandeln mit den Arbeitgebern über tarifpolitische Verbesserungen und sie vertreten ihre Mitglieder in den Betrieben. Der DGB arbeitet auf internationaler Ebene im Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) und im Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) mit und vertritt die deutsche Gewerkschaftsbewegung bei internationalen Institutionen wie der EU und der UNO. Bildung und berufliche Bildung sind zentrale Politikfelder des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften. Als Teil des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) war der DGB bei der Festlegung von 20 Qualitätsstandards und Kriterien beteiligt, die eine gute Berufsausbildung aus gewerkschaftlicher Sicht, definieren.
Auf Grundlage dieser Kriterien engagiert sich der DGB in der europäischen Berufsbildungspolitik. Im Rahmen des Projekt Unions4VET werden gemeinsam mit verschiedenen Gewerkschaften aus Europa, Costa Rica und Südafrika Strategien entwickelt, die Qualität der Berufsbildung zu verbessern und die Einbindung der Gewerkschaften in die Steuerung der Berufsbildung zu fördern.


Internetseite des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Gute Ausbildung in Europa – Unions4VET

bfw - Unternehmen für Bildung

Das Berufsfortbildungswerk Gemeinnützige Bildungseinrichtung des DGB GmbH (bfw) ist einer der führenden Bildungsdienstleister in Deutschland. Als anerkannter gemeinnütziger Träger der beruflichen Weiterbildung engagiert sich das Unternehmen seit mehr als 60 Jahren für die Sicherung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen und die Deckung des Fachkräftebedarfs durch Qualifizierung, Beratung und Vermittlung. Rund 1.800 hauptberufliche Mitarbeiter/-innen sind in rund 200 Bildungseinrichtungen und Schulungsstätten im gesamten Bundesgebiet beschäftigt. Sie qualifizieren jährlich circa 45.000 Menschen. Das bfw bietet ganzheitliche Bildungsdienstleistungen aus einer Hand – für Arbeitsuchende, Schüler/-innen, Auszubildende, Arbeitnehmer/-innen sowie Unternehmen, öffentliche Institutionen und Kommunen. Das bfw ist bundesweit vertreten und in den Regionen verwurzelt.

Internetseite des bfw - Unternehmen für Bildung

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